Der Flat Bottom Schliff

Ein revolutionärer Schliff ohne Kompromisse: Der FLAT BOTTOM vereint in einem Schliff die perfekte Mischung aus Gleitvermögen, Steuerbarkeit und Kantengriff. Auf dieser Seite erfährst du, wie dieser Profischliff funktioniert.


tiefer Hohlschliff - flacher Hohlschliff - FLAT BOTTOM

Aufgrund der hohen Genauigkeit des FLAT BOTTOM Schliffs sind auch die Materialanforderungen sehr hoch. Wir empfehlen diesen Schliff grundsätzlich nur für fortgeschrittene Eisläufer und nur für Kufen der professionellen Leistungskategorien. Er ist sowohl für viele Eiskunstläufer/innen als auch für Hockeyspieler/innen geeignet





Der Vorteil liegt auf der Hand: der FLAT BOTTOM bietet einen starken Kantengriff in Verbindung mit gerinstem Gleitwiderstand und ermöglicht daher ein kraftsparendes und effizienteres Eislaufen. Beide Anbieter (Blackstone und Blademaster) haben mit ihren neuen Schleiftechniken absolut neue Akzente gesetzt. Die Griffigkeit regulärer Hohlschliffe wurde bisher nur durch die Tiefe des Hohlraums (ROH) bestimmt. Der tiefe Hohlschliff ist zwar aufgrund seines spitzen Kantenwinkels besonders griffig, aber dafür aufgrund der starken Hohlrinne langsam und schwerfällig beim Gleiten. Ein flacher Hohlschliff gleitet bekanntlich sehr gut, ist aber dafür nicht allzu griffig. Der FLAT BOTTOM kombiniert die Vorteile beider Tiefen. Die scharfen Kanten und deren Winkel eines tiefen Hohlschliffs bleiben erhalten, der Hohlraum fällt aber einfach weg und wird durch einen "flachen geraden Boden" ersetzt. Daher auch der Name Flat Bottom. Die Gleitfähigkeit ist sehr hoch, besser noch als bei einem sehr flachen Hohlschliff. Die Kufe gleitet schnell und sehr kraftsparend über die Eisfläche. Die Einfahrzeit wird auf ein Minimum reduziert. Es gibt kein Verschneiden bei schnellen Richtungs- oder Kantenwechsel.

 

Die beiden technischen Anbieter des Flat-Bottom (Blackstone und Blademaster) haben ihre Geräte zueinander kompatibel gemacht. An den Bildern weiter oben ist gut zu erkennen, dass sich bei den beiden Varianten die Tiefe (Depth) der Lauffläche unterscheidet. Blademasters BFD verwendet immer die gleiche, recht geringe Tiefe mit unterschiedlichen Kantenwinkeln. Blackstones FBV kombiniert darüber hinaus drei Kantenschärfen mit drei unterschiedlichen Tiefen. Somit gibt es beim FBV-System mehr Auswahl. Der BFD ist mit seinen sehr feinen Kanten auf gut gepflegte Eisflächen angewiesen, darauf aber auch hervorragend zu laufen. Der FBV gilt als etwas fehlerverzeihender. Hier gilt es auszuprobieren, welche Variante einem besser gefällt.  Es haben sich jedoch einige Schliffe als besonders empfehlenswert herausgestellt.

 

Folgende Varianten vom Flat Bottom sind sehr beliebt:

 

Blackstone FBV 100/1

Dieser Schliff ist sehr schärfste Flat Bottom von Blackstone. Er ist equivalent zu einem 3/8 Hohlschliff mit einem extremen Grip im Eis. Eigentlich ist dieser Schliff für einen Eishockeyspieler zu scharf. Die Bremsmanöver sind nur mit viel Kraftaufwand zu meistern. Es gibt aber ein Paar Freestyle-Eisläufer und auch Goalies, die diese Schärfe sehr gerne mögen.

 

Blackstone FBV 100/75

Dies ist die mit Abstand meistverlangte Version des FBV. Der 100/75 entspricht einem Hohlradius von ca. 7/16". Er ist also schon sehr griffig, aber lässt sich noch gut bremsen und hat eine unglaubliche Agilität. Ebenfalls sehr beliebt ist dieser Schliff bei vielen Eiskunstläufern. Griffigkeit und Drehfreudigkeit lassen sich hiermit perfekt kombinieren. Die Sprünge werden sehr stabil gelandet.

 

Blackstone FBV 90/75

Ein Schliff für Liebhaber von weniger agressiven Kantengriff. Ein normaler Kantengriff lässt sich von Anfang an sehr gut dosieren. Viele technisch gute Eisläufer im Hockeybereich lieben das Laufen über die Kanten mit flacheren Hohlschliffen (15mm oder 5/8"). Obwohl einige dieser Läufertypen hervorragend auch mit dem 100/75 auskommen würden, möchte ein verbliebener Teil gerne die weniger scharfe Variante geschliffen haben. Der 90/75 ist sehr ausgewogen und absolut unkompliziert.

 

Blademaster X7

Der X7 hat von der Schärfe Ähnlichkeit mit dem FBV 90/75. Er ist aber noch eine ganze Spur feinfühliger. Die Kraftübertragung eines BFDs ist beispielhaft schön und gut für weichere Eisflächen geeignet.

 

Blademaster X6 / GX6

Das Equivalent zum FBV 100/75, aber noch etwas schärfer. Seine sehr hohe Kantegriffigkeit erfordert eine gewisse Einlaufphase. Danach ist dieser Schliff der bissige Tiger mit viel Wendigkeit und Dynamik. Auf harten Eisflächen kann er Suchtpontezial entwickeln.  Für Goalies gibt es extra eine eigene GX-Variante.

 

Blademaster X5

Die Griffigkeit seiner Kanten sind brutal (noch etwas stärker wie beim FBV 100/1). Für den Spielbetrieb ist dieser Schliff eigentlich ungeeignet. Es gibt trotzdem eine Hand von "Freaks", die auf diese Schärfe schwören. Ein hoher Kraftaufwand beim Bremsen ist definitiv erforderlich und der Kantengriff ist etwas für gute Freestyle-Freitzeitläufer, die extremste Kurvenlagen lieben. Also eher was zum "Laufenlassen" als zum Bremsen.

 

Ist der Flat Bottom für jede Kufe geeignet?

klares Nein: der Flat Bottom erfordert eine äußerst hohe Genauigkeit bei der Montage und eine hohe Stahlqualität. Die Kufen müssen perfekt gerade unter die Schuhe montiert sein und dürfen keinerlei Spannungsbögen aufweisen. Außerdem ist aufgrund der ultrafeinen Kanten eine sehr hohe Stahlqualität erforderlich. Deshalb eignen sich nur Kufen der oberen Preiskategorien. Sind diese Kriterien nicht erfüllt, dann ist der klassische Hohlschliff die bessere Wahl.